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Episode 6: Exkurs Explorationsunternehmen

  1. PR-Politik

Hellhörig werden, wenn alle zwei Wochen eine neue Meldung, die für die Firmenentwicklung jedoch von sekundärer Bedeutung sind, herauskommen. z.B. neuer Geologe? -> Super-Geologe oder warum wird er erwähnt? Apple gibt ja auch nicht jeden neuen Programmierer bekannt.

Lass dich nicht stressen! Gute Explorer haben langfristigen Trend, eine saubere und detaillierte Analyse bedeutet daher keinen Verlust, auch wenn die PR des Unternehmens dies suggeriert. PR von Betrügern könnte absichtlich drängend aufgebaut sein, um zu verhindern, dass genau hingeschaut wird.

  1. Börsenumsatz

Zweit-Listing an der deutschen Börse, von vor allem amerikanischen, kanadischen und australischen Explorer. Wenn die Umsätze an der Heimatbörse niedriger sind, aber an deutschen Börsen um ein Vielfaches höher liegen, dann vorsichtig sein! Für Amerikaner (und Kanadier) deutscher Finanzmarkt eigentlich nicht wichtig, außer für Explorer. Deutschland für die Explorer Industrie wichtigster Finanzmarkt, da deutsche Kleinanleger auch hoch riskante Projekte finanzieren. („Stupid German Money“).

  1. Firmenauftritt im Internet

Wie informativ und detailliert? Regelmäßig aktualisiert? Konkrete Informationen zu Projekten und Fortschritt? Ist die Webseite auf deutscher Sprache? Warum? Deutsche Manager oder Forschungskooperation? Dann verständlich, ansonsten Vorsicht! Unternehmen buhlt offensichtlich um deutsche Investoren, aber warum?

  1. Das Management

Senior-Manager und Geologen schon lange im Geschäft? Referenzen? Wo haben die Manager vorher gearbeitet? Wie viele Jahre fachliche Erfahrung im haben Sie im jeweiligen Sektor? Aber Achtung! Viele Schwarze Schafe haben sich erfahrene, alteingesessene Geologen an Bord geholt, die z.B. vorher keinen Job bekommen haben. Was hat der Geologe vorher gemacht?

  1. Vorherige Firmen 6 Explorations-Projekte

Informationen zu den Firmen, in denen die Manager vorher waren! Börsenhit oder jedes Projekt ein Treffer nicht zwingend notwendig (bzw. unmöglich). Aber bei vielen schwarzen Schafen findet man eine auffällige hohe Anzahl alter Explorer-Unternehmen die mit großem Hype an die Börse gebracht wurden und mittlerweile nur noch Pennystocks sind. Auf der anderen Seite, hat der Vorstandsvorsitzende bereits in der Vergangenheit erfolgreiche Explorer gegründet oder Projekte in die Produktion gebracht? Bitte beachten: Hier geht es um die Firmenentwicklung, nicht den Börsengang! IPOs sind keine Kunst mehr und sind daher kein Indikator für Seriosität. Eine gute Erfolgsbilanz mit erfolgreichen Explorationen oder dem Aufbau von Explorern zu Produzenten schon.

  1. Die Bilanz

Dass keine Umsätze oder Verluste gemacht werden ist normal. Als Faustregel bietet sich aber folgendes an: Das Unternehmen sollte genug Cash für die nächsten 12 Monate (besser noch 18 Monate) haben. Sonst droht eine schnelle Kapitalerhöhung oder sogar Insolvenz.

  1. Das Länderrisiko

Ist das Land, in dem das Projekt stattfindet, politisch und gesellschaftlich sicher? (Kanada, Australien, USA) Oder ist es in einer instabilen Region (Teile von Südamerika, Afrika oder Asien)? SuperGau wäre die Verstaatlichung des Projekts

  1. Explorationsergebniss

Auch wenn durch die weiter steigenden Rohstoffpreise dieser Punkt an Bedeutung verliert, so ist er dennoch  sehr wichtig. Welche Ergebnisse haben die probebohrungen geliefert? Wie hoch gradig ist das Vorkommen? Ist ein wirtschaftlicher Abbau möglich? Nicht nur herausragende einzelnebohrergebnisse berücksichtigen, sondern was haben alle Bohrungen zusammen ergeben? Wie tief liegt das Vorkommen? (hervorragende Ergebnisse 300 Meter unter der Oberfläche sind trotzdem teuer zu erschließen).

  1. „Berater“verträge aufdecken

Oft bereichern sich die Manager von Explorer Unternehmen nicht nur über den Verkauf von Aktienpaketen sondern auch indem sie als Berater tätig sind/werden, bzw. Berater Verträge an andere Manager von anderen (oder dem gleichen) Explorer Projekt vergeben. Sie schieben sich also sozusagen gegebnseitig die Gelder der Explorer unternehmen in die eigene Tasche.

  1. Pusher-Strategie entdecken

In den letzten jahren kam es immer wieder vor, dass in einzelnen Medien ein sogenanntes Pushen von Explorer Aktien stattfand. Durch einen aggressiven Webefeldzug wird die Aktie eines winzigen bis dahin unbekannten Explorers in kurzer Zeit durch euphorische Analysen und Kursziele von mehreren 100% massiv angepriesen. Privatanleger springen bilnd auf den zug und kaufen zu immer teureren Preisen und treiben dadurch den kurs nach oben. Darauf folgt oft der Kursverfall ins Bodelose. Diese Marketingmaterialien sind oft wie Unternehmensanalysen aufgebaut und für den Leser kostenlos. Es bleibt aber trotzdem Werbung. Viele privatanleger hinterfragen nicht, warum sie eine mit Kosten verbundene, Unternehmensanalyse für lau bekommen sollten und hinterfragen die Beweggründe nicht. Warum sollte jemand diese aufwendig zu recherchierenden Informationen kostenlos anbieten?

Bei Newsletter sollten sie daher darauf achten, ob der Herausgeber long oder Shortpositionen halten darf, oder ob die zur Verfügung gestellten Informationen vom unternehmen bezahlt wurden (wenn nicht da steht, dass sie nicht bezahlt wurden, dann vorsichtig sein!) oder ob eine „Aufwandsentschädigung“ an der Herausgeber bezahlt wurde.